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Fotonachweis: Kolarik
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Universitätsprofessor Josef Perner ist Initiator des neuen DK-plus.
Den Professoren Josef Perner und Heinz Wimmer wurde eine besonders hohe Auszeichnung zuteil: Die Zeitschrift "The Psychologist" reihte sie in der Dezemberausgabe 2010 international unter die Top 20 in ihrem Fachgebiet.
Heinz Wimmer stellte den Kontakt zur Christian-Doppler-Klinik her.
Die „Doktoratskollegs-plus“ lösen gut etablierte Doktoratskollegs ab und legen einheitlich hohe internationale Standards fest. Mit Start des Wintersemesters 2011/12 können sich im ersten Jahr fünf bis zehn DoktorandInnen in einem von acht Forschungsbereichen der Neurokognitiven Wissenschaften spezialisieren. Interessante Kooperationen versprechen produktive Auslandsaufenthalte und stellen internationale Stellenangebote für AbsolventInnen sicher.
Das 2007 entwickelte Förderprogramm „Doktoratskolleg-plus“ (DK-plus) des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) bietet neue Organisationsmodelle und Finanzierungsinstrumente für eine anspruchsvolle und strukturierte DoktorandInnenausbildung. Das DK-plus legt einheitlich hohe Standards sowohl für Qualifikation und Aufnahmebedingungen der Faculty-Mitglieder als auch die Qualifikation und das Auswahlverfahren für DoktorandInnen fest. Zudem erhalten die TeilnehmerInnen ein anspruchsvolles Arbeits- und Ausbildungsprogramm sowie die Betreuung durch hochqualifizierte Lehrende. So erhalten die StudentInnen Anbindung an exzellente wissenschaftliche Forschung mit internationaler Ausrichtung. Die maximale Laufzeit beträgt zwölf Jahre, zu beantragen ist jeweils eine Förderperiode (4 Jahre).
„Imaging the Mind“: DK-plus an der Naturwissenschaftlichen Fakultät
„Ein Magnetresonanztomograf (MRT) erzeugt Bilder des Gehirns. Wir machen aber keine Bilder des Gehirns als physische Struktur, sondern untersuchen den Blutfluss im Gehirn, der die geistige Tätigkeit – den ´mind´ – widerspiegeln soll. Deshalb haben wir unserem DK-plus den Titel „Imaging the mind´ verliehen“, erklärt Josef Perner, Initiator des neuen DK-plus.
Es vermittelt Spezialwissen in unterschiedlichen Gebieten der kognitiven Wissenschaft, in Verbindung mit Expertise in neurowissenschaftlichen Methoden zur Untersuchung mentaler Funktionen. Lehrende aus verschiedensten Bereichen der Psychologie leiten die acht Forschungsgruppen:
- Sprachliche Strukturen (o. Univ. Prof. Dr. Hubert Haider, Universität Salzburg, Leiter Fachbereich Linguistik)
- Leseprozesse (Prof. Dr. Heinz Josef Wimmer, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie)
- Bewusstseinsprozesse bei Demenz und Wachkomapatienten (Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner)
- Intentionale Erklärungen menschlichen Verhaltens – theory of mind (O. Univ.-Prof. Dr. Josef Perner, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie)
- Stress, Emotionsregulation und psychische Störungen (Univ.-Prof. Frank Wilhelm, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie)
- Motivationale Grundlagen sozialen Denkens und Verhaltens (Univ.-Prof. Dr. Eva Jonas, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie)
- Kognitive Effekte von Hormonen (Ao. Univ.-Prof. Dr. Hubert Kerschbaum, Universität Salzburg, Fachbereich Zellbiologie)
- Entwicklung neuer Methoden in der EEG-Forschung (Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Klimesch, Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie)
„Mit diesem Projekt setzen wir österreichweit neue qualitative Standards und können international mithalten. Dieses FWF-Projekt scheint ein Anfang dafür zu sein, strikte und vergleichbare Standards in der Ausbildung von DoktorandInnen zu schaffen“, so Perner.
Start im März 2011
Mit einem Gesamtvolumen von rund 1,25 Millionen Euro wird das neue Doktoratskolleg-plus der Universität Salzburg unterstützt. Daraus werden die Gehälter von 8 DoktorandInnen für drei Jahre bezahlt. Ab März 2011 werden die Stellen international ausgeschrieben. Perner weiter: „Es ist internationaler Standard, mindestens drei Jahre vollberuflich für ein Doktorat aufzuwenden, so auch bei uns. Die DoktorandInnen erhalten dafür ein monatliches Gehalt von 1.877 Euro.“
Theorie & Praxis des DK-plus: „Ungewöhnlich gute Ausrüstung“
Das DK-plus stellt den intensiven Gedankenaustausch zwischen den TeilnehmerInnen und den Faculty-Mitgliedern sicher. Perner dazu: „Das ist es, was das DK-plus auszeichnet: StudentInnen vertiefen ihr Wissen anhand einer Leseliste und Spezialvorlesungen und diskutieren die Artikel mit ihren BetreuerInnen. Im zweiten Jahr sollen StudentInnnen höherer Semester AnfängerInnen an den Geräten einschulen. Für einen positiven Abschluss des Doktoratskollegs sind drei Publikationen in führenden Fachzeitschriften oder eine Dissertation erforderlich. Alle StudentInnen erlernen Neuro-Methoden, die sie in ihren Doktorarbeiten anwenden.“ StudentInnen des DK-plus erhalten Zugang zu modernsten Geräten: Ein funktioneller Magnetresonanztomograf (auch MRI, engl. magnetic resonance imaging) oder „Scanner“ stellt fest, wo im Gehirn bestimmte Prozesse bei geistiger Betätigung stattfinden. Ein EEG zeigt auf wenige Millisekunden genau, wann sie erfolgen. „Auch diese ungewöhnlich gute Ausrüstung ist ein Grund, warum wir durch dieses neue Doktoratskolleg besonders attraktiv geworden sind“, erklärt Perner stolz.
Kooperation mit Christian-Doppler-Klinik (CDK)
Eine zentrale Rolle nimmt auch Heinz Wimmer ein. Er stellte die Verbindung zu Gunther Ladurner und somit zu dessen MRI her. Perner dazu: „Ein Mal pro Woche konnten wir den Scanner in der CDK benutzen. Professor Wimmer war derjenige, der um ein Gerät, das dem Institut jetzt eigens für Forschungszwecke zur Verfügung steht, ansuchte. Da die CDK die Infrastruktur zur Verfügung stellt, haben wir auch gleich die medizinische Betreuung im Haus. Für uns ist diese Zusammenarbeit ein Segen!“
Kontakt:
O. Univ.-Prof. Dr. Josef Perner, Fachbereich Psychologie
Tel: 0662/80 44-5124